Auf Kosten des Menschen

Glyphosat ist eines der umstrittensten Unkrautvernichtungsmittel. Um seine Bewertung wird seit langem heftig gerungen. Immer wieder werden neue Studien veröffentlicht, die seine Gefährlichkeit nachweisen oder widerlegen.

In der EU ist die Anwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft seit 2002 erlaubt. Doch in den vergangenen Jahren stiegen die Bedenken. Unter dem Druck von Umweltschützern haben die EU-Staaten sich 2016 nicht auf die geplante Verlängerung der Zulassung um neun Jahr einigen können. Daraufhin beschloss die EU-Kommission eine befristete Verlängerung um 18 Monate, die Ende 2017 ausläuft. Eine Europäische Bürgerinitiative kämpft für ein vollständiges Glyphosatverbot.

Katastrophale Folgen

Ob Glyphosat tatsächlich Krebs und andere Erkrankungen zur Folge hat, ist umstritten. Doch Untersuchungen der Universität in Córdoba haben ergeben, dass 13 Millionen Menschen in Argentinien von dem Pflanzengift betroffen sind.

Der Fotograf Pablo Piovano
Über 6000 Kilometer ist der argentinische Fotograf Pablo Piovano durch den ländlichen Nordosten seines Heimatlandes gereist und hat die Betroffenen besucht. Jetzt erscheint im Kehrer Verlag ein Bildband unter dem Titel "The Human Cost". ttt hat mit ihm über seine Arbeit gesprochen.

Vom Wundermittel zum tödlichen Gift

Seit über 20 Jahren werden glyphosathaltige Unkrautvernichter in Argentinien eingesetzt. 1996 genehmigte die Regierung unter dem neoliberalen Präsidenten Carlos Menem den Anbau genveränderter Sojabohnen und den Einsatz von Glyphosat-Herbiziden. Sie stützte sich dabei auf Studien des Agrarkonzerns Monsanto, der sowohl das Saatgut als auch das Unkrautvernichtungsmittel herstellt und vertreibt.
Glyphosat galt zunächst als "Wundermittel": 95 Prozent des gentechnisch veränderten Sojas und immerhin 75 Prozent anderer gentechnisch modifizierter Nutzpflanzen wie Mais oder Baumwolle sind gegen den Wirkstoff immun. Sie überleben das Gift, während das Unkraut gezielt vernichtet wird.



Kommentare